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Chronik des Wittichenauer Karnevals  

Aus der Wittichenauer Karnevalschronik (Auszüge) von Chronist und Kappenbruder Egon Hantschke.

Der Begriff Karneval bedeutet übersetzt Carne vale - Fleisch lebe wohl. Die Fastnacht, Fasenacht oder auch Fasching, wie es in anderen Regionen heißt, werden
in den katholischen Hochburgen vor dem Ascher-
mittwoch                       gefeiert.
 
 
   

Die komplette Chronik können
Sie beim Wittichenauer
Karnevalsverein e.V. einsehen.

 

wurde in Wittichenau das Winteraustreiben durchgeführt. Verhüllte Kinder zogen einen Schneemann auf einem Schlitten zur Stadt hinaus.

Da es am nächsten Tag schöner wurde, wiederholte man es in den kommenden Jahren und
feierte mit Wittichenauer Bier. Mit dem Aschermittwoch begann die 40-tägige Fastenzeit.

Neben dem Winteraustreiben der Kinder wurde auch hier, wie in anderen Gegenden, Fasching gefeiert.

Der
Maskenball zog immer wieder die Menschen in seinen Bann, so sagen es die mündlichen Überlieferungen.

wütete eine große Feuersbrunst, die fast die ganze Stadt einäscherte und das Rathaus auf dem Marktplatz völlig zerstörte.

wurde es nach dem letzten großen Stadtbrand abgetragen.
Dadurch blieben
keine Aufzeichnungen von den Faschingstagen dieser Zeit erhalten.
 

Daß trotzdem Maskenbälle stattfanden, lesen wir in einer späteren Aufzeichnung vom Jahre 1838.

Im Hoyerswerdaer Wochenblatt, gegründet 1843, sind Reklamen von Wittichenauer Gastwirten ab 1844 zu lesen. Sie laden zu Maskenbällen ein.

wurde das Wittichenauer Wochenblatt gegründet und schrieb von nun an umfangreich über diese Faschingsereignisse.

sorgte der frisch gegründete Kath. Gesellenverein im Ort für eine spürbare Belebung zur Faschingszeit.

führten die Gesellen einen Maskenumzug durch die Stadt durch.
Andere Vereine organisierten später ebenfalls Veranstaltungen.
(Feuerwehr, Radfahrerclub, Turnverein)

wurde vom Gesellenverein der Elster-Rheinische Karnevalsumzug (Foto) veranstaltet, der auf die Übernahme aus dem Rheinland durch die wandernden Gesellen hinweist.

waren im Umzug dann schon viele närrische Wagen zu sehen und Prinz Karneval regierte an den Faschingstagen. Es ist auch festzustellen, dass neben der Bezeichnung Fasching auch von der Karnevalszeit geschrieben wurde.
Das blieb so bis in die Jahre nach dem 2. Weltkrieg.

- gab es keine Umzüge. Gefeiert wurde nur im privaten Bereich.

 
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Von ist uns zum ersten Mal ein Prinz mit seinem Namen bekannt.
Es war Herr Michael Graf.

Da die Veranstaltungen weiter zunahmen, wurde 1929 vom Kath. Gesellenverein das Faschingskomitee gegründet und als Elferrat (nach Mainzer Vorbild) benannt.

wurde der Umzug durch SA-Leute aus Wittichenau und Hoyerswerda zerstört. Ein Wagen mit einem rückwärts laufenden Pferd war der Anlass. Er wurde als Kritik am Nationalsozialismus verstanden.

Der Elferrat wurde verboten und der Vierzehnerrat (Foto) durch den Bürgermeister am 16. Dezember 1933 gegründet. (Wohl einmalig in Deutschland) Erster Präsident des Vierzehnerrates war Brauereibesitzer Ernst Kircher.

gab es einen Kinderumzug am Rosenmontag, am Faschingsdienstag war dieser Umzug für Erwachsene. Ab 1960 wurde er für alle als „Großer Umzug" am Rosenmontag durchgeführt.

- gab es keine Umzüge. Auch hatte die sowjetische Militäradministration  von 1945 bis 1950 sämtliche Vereine verboten.

gab es wieder einen Kinderumzug durch die Stadt, aber mit Maskenverbot.

 
Mit der Gründung der DDR durfte 1950 wieder Fasching/Karneval gefeiert werden. Im selben Jahr gründete sich wieder der Vierzehnerrat mit Präsident Eduard Glaab (Brauereibesitzer) Ein erster kleiner Umzug nach dem Krieg erfolgte.

fand der erste Kappenabend in Wittichenau statt.

Gründung der Mädchengarde, auch Prinzengarde und später Stadtgarde genannt.

Gründung der Funken rot/weiß, ab 1954 nach dem Faschingsschlager Rote Funken genannt.

regierte zum ersten Mal ein Prinzenpaar (Prinz und Prinzessin) und Hofmarschall.

Gründung der Langen Garde.

- war Kappenbruder Alwin Schenker Präsident des Vierzehnerrates.

Der sozialistische Staat wollte durch den Kulturbund der Stadt Einfluss auf die Gestaltung der närrischen Zeit nehmen. Der Vierzehnerrat lehnt dies ab, unterstellt sich nicht der SED, der Nationalen Front und Kulturbund - dadurch keine staatlichen Förderungen.

und fanden keine Kappenabende statt und auch der Umzug und Tanzveranstaltungen im großen Saal der Stadt fielen aus (der Saal war gesperrt). Daraufhin zogen zur Faschingszeit Jugendliche 1969 mit Kränzen, Fahnen und schwarzen Anzügen durch die Stadt zum Friedhof und bekundeten, dass der Fasching wohl zu Grabe getragen werden soll. Bereits im Herbst wurde der Saal dem Fasching wieder für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.

 


- wurde Kappenbruder Gerhard Waury Präsident des Vierzehnerrates.

wurde der Internationalen Frühschoppen für die Männerwelt gegründet.

Neuer Präsident wurde Gottfried Glaab (Sohn v. Ehrenpräsident Eduard Glaab)

Trotz vielerlei Schwierigkeiten und Aussprachen mit staatl. Organen und Parteien zu Kritiken in der Bütt und Sprüchen auf den Umzugswagen organisiert der Vierzehnerrat den Frühschoppen, Kappenabende, Kostümfeste, Maskenbälle und unterstützt den Weiberfasching ab 1988.

Man spricht oft von „Wittichenau - Hochburg des Oberlausitzer Karnevals".

Viele Freunde sind auch aktiv zur Wendezeit und übernehmen nach dem Mauerfall Verantwortung in Staat und Wirtschaft.

ist es in Wittichenau daher normal, wenn der Prinz seine Saison unter das Motto stellt: „Deutschland, einig Narrenland".

Der „Wittichenauer Karnevalsverein e.V." wird gegründet, kath. Geistliche halten jährlich vor dem Aschermittwoch eine Büttenrede in der Kirche und unsere Faschingsschlager ertönen immer wieder an den närrischen Tagen.

So können wir auch stolz sein, dass die beliebtesten Faschingsschlager von Wittichenauern geschaffen wurden.
Erwähnt sei Theodor Korch, Leonhard Popella, Günter Popella, Alwin Schenker,
Udo Popella mit den Komponisten Jan Zomack, Franz Riest und unserem
„Mozart" Paul Scholze.



den Prinzen von Michael Graf bis Georg Mihan,
den Prinzenpaaren Bernhard & Ruth Lehmann bis Bernd & Maria Graf,
den Hofmarschällen
den Garden,
den Büttenrednern
den Wagenbauern
und den vielen Clubs, welche nie Nachwuchssorgen haben,
sowie dem verantwortlichen Wittichenauer Karnevalsverein gesagt.



Wenn der Präsident
Gottfried Glaab im November 2005 den neu gewählten Prinzen zur 300­Jahrfeier begrüßen wird, so kann er selbst auf eine 30 jährige Präsidentendienstzeit zurückblicken.
 
 

Text und Fotos dieser Seite wurden freundlicherweise vom Chronisten und Kappenbruder
Egon Hantschke bereitgestellt. Danke für diese Unterstützung.


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